Schulzentrum Rudersberg www.sz-r.de
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Schülerbücherei

Bücher – Nein, danke ?!

 

Der alte Ratschlag „Mit einem Koffer voll Wissen kommst du gut durchs Leben“, ist ungültig, denn was gestern noch neu war, ist übermorgen bereits überholt. Aus diesem Grund wird der Erwerb von Methodenkompetenz an unseren Schulen immer wichtiger. Nicht das „was“ soll gelernt werden sondern das „wie“.

 

Der Druck von außen wird immer größer. Unsere Schülerinnen und Schüler treffen auf eine Umwelt, die einem raschen Wandel unterliegt. In der Schule erworbenes Wissen besitzt nur noch eine geringe Halbwertszeit. Somit sind Kompetenzen und Schlüsselqualifikationen, wie lebenslanges Lernen, selbständiges Lernen, eigenständige Urteilsbildung sowie Flexibilität und Kreativität die Forderungen der Gesellschaft an unsere Schülerinnen und Schüler.

Sie fragen sich jetzt sicher, was hat das denn nun mit einer Bibliothek zu tun. Und überhaupt, braucht man denn noch eine Bibliothek?

 

Wir leben im Zeitalter der schnellen Kommunikation. Man verständigt sich per Email, SMS, Chatroom oder Messanger. Sucht man Informationen, so bietet das Internet scheinbar alle Möglichkeiten, denn dort befinden sich enorme Wissensdatenbanken, auf die man rasch Zugriff hat ohne staubige Bücher wälzen zu müssen.

Freiwillig ein Buch in die Hand zu nehmen ist für viele Schülerinnen und Schüler fast ein Ding der Unmöglichkeit. Zu stark ist das Bücherlesen mit einem „Muss“ und der Schule verbunden, in der Freizeit hat das Buch nur wenig verloren. Lustbetont und ohne Zwang zu lesen – dies kann gerade in einer schuleigenen Bücherei hervorragend vermittelt werden. In einem geschützten Raum im Klassenverband können Hemmschwellen, die Schülerinnen und Schüler vor einer öffentlichen Bücherei haben, leicht überwunden werden.

Aber Lesen muss man doch auch am PC, oder?

Ja, und zwar enorm viel: Seiten, Inhaltsverzeichnisse, Hyperlinks, Verweise ... Hiermit sind unsere Schülerinnen und Schüler in der Regel hoffnungslos überfordert. Schnell werden viele, meist ungefilterte (und ungelesene) Informationen einfach kopiert und ausgedruckt. Eine sinnvolle, kritische Auseinandersetzung mit den Inhalten findet selten statt. Somit ist das Internet nicht mehr nützliches Werkzeug, sondern wird zur Frustrationsquelle.

Und außerdem mit dem PC gemütlich ins Bett kuscheln, „chillen“ oder auf dem Sofa lümmeln?  Geht das denn? Jeder echte Bücherfreund wird das verneinen. Denn nur ein „richtiges“ Buch schafft es, dass man die Seele baumeln lässt, sich entspannt und ganz in Ruhe in eine Fantasiewelt abtauchen kann.

Das Buch bietet mir auch Informationen: vorsortiert, zu einem Thema zusammengefasst, ständig verfügbar, übersichtlich gestaltet und didaktisch reduziert.

Außer Büchern gibt es noch Hörbücher, DVDs und Videos zum Ausleihen

Mit der Frage „Wie kriegen wir  das Buch an unsere Schülerinnen und Schüler?“, konzipierten wir am Schulzentrum Rudersberg ein neues didaktisches Konzept für unsere große Schulbibliothek.

Wir sind im Werkreal- und teilweise Realschulbereich eine Ganztagsschule, d.h. die Schülerinnen und Schüler sind von 7.30 bis mindestens 15.10 Uhr an der Schule und verbringen hier auch gemeinsam ihre Mittagspause. Gemeinsames Mittagessen und eine bewusste Freizeitgestaltung ist Teil des Schulcurriculums.

Welcher Ort, wenn nicht die Bücherei, bietet eine ruhige und entspannte Atmosphäre? Doch sollte diese gemütlich, mit kuscheligen Sitzbereichen und abgetrennten Ecken ausgestattet sein. Die Schülerinnen und Schüler erhalten Rückzugsbereiche, um alleine oder in kleinen Gruppen sich in Bücher vertiefen zu können. Dennoch ist eine Bibliothek auch ein Arbeitsbereich, in dem im Klassenverband unterrichtet werden kann. Wie die neuen Medien, soll die Bibliothek nicht Unterrichtsgegenstand sein, sondern Werkzeug zur Vermittlung von Methodenkompetenzen.

Uns war wichtig, dass sich die Schwerpunkte in der pädagogischen Funktion verschieben müssen. Die Bücherei darf nicht nur als Aufbewahrungsort von alten literarischen Schätzen bzw. als Ort der Informationsbereitstellung verstanden werden, sondern muss eine Medienkompetenz vermitteln, die den Schülern die Chance gibt kritisch mit Medien umzugehen.

Erfolge versprechen wir uns nur dann, wenn wir es schaffen, das Buch und den PC zusammenzubringen. D.h., die Schüler und Schülerinnen sollen den PC als Werkzeug benutzen und verstehen, ihn nicht ausschließlich als Spielzeug missbrauchen.    

 

Unsere Schulbücherei umfasst ca. 12 000 Medien. Sie besteht schon etliche Jahre.  1970 übernahm ein Kollege die damalige Schülerbücherei und baute sie mit viel Energie und Einsatz in der Freizeit in den vergangenen Jahren zu einer der größten Schulbibliotheken in Baden-Württemberg aus. Dabei führte er das damals übliche Karteiverwaltungsverfahren ein.

Das System hat bei der großen Anzahl an Medien allerdings gravierende Nachteile. Es ist kaum noch möglich einen Überblick über den Medienbestand, die Zusammensetzung und Ausleihfristen zu bewahren.

Die Verwaltung ist komplex und zeitintensiv. Diese Zeit  geht an der pädagogischen Arbeit verloren. Eine arbeitsteilige Vorgehensweise sowie eine Beteiligung von Schülern ist kaum möglich.

 

Für uns war 2006, als Nachfolger aufgrund des Ruhestandes des Kollegen gesucht wurden, schwer vorstellbar, mit diesem System über längere Zeit arbeiten zu können. Neue Ideen, Lösungen und ein neues System mussten gefunden werden, um unseren didaktischen Vorstellungen gerecht zu werden. Darum wollten wir als ersten Schritt ein EDV-gestütztes Verwaltungssystem einführen.

Nach langer und zeitaufwändiger Suche nach einer geeigneten Software, die auch finanzierbar sein musste, haben wir uns für PERPUSTAKAAN der Firma Müller&Stein entschieden. Die Konzeption und Umstellphase war mit einem hohen Zeitaufwand verbunden, der sich jedoch im laufenden Betrieb um ein vielfaches rechtfertigt.

 

Unsere ursprüngliche Planung sah folgendermaßen aus:

Sämtliche Altbestände werden mit Hilfe des PCs und einer Software erfasst. Die Ausleihe und Rückgabe erfolgt über einen Barcode, der mit Hilfe eines Handscanners eingelesen wird. Das System ist relativ einfach zu bedienen und zu betreuen. Die Verwaltung kann auch mit Hilfe von Schülern erfolgen. Im Rahmen einer AG (Arbeitsgemeinschaft) können diese sich aktiv an der Betreuung der Bücherei beteiligen. Zusätzlich stehen dann für die Recherche mindestens zwei weitere PCs mit Internetanschluss zur Verfügung.

 

Einige mögliche  Aktivitäten:

  • Bibliotheksführerschein
  • Lesungen
  • Lesenächte
  • Themenorientierte Projekte / Ausstellungen
  • Runder Tisch

 

Mit unserer neuen didaktischen Konzeption erwarten wir uns folgende Vorteile:

  • Erwerb von Medienkompetenz (Erschließung mit Schlagwörtern, Systematik, Recherche).
  • Erhöhung der Nutzbarkeit und Attraktivität der Bücherei.
  • Die Schulbibliothek kann als Ort der Lesefreude und -förderung, Fachraum, Informationszentrum und zur Kommunikation genutzt werden.
  • Es geht nicht um ein Lernen in der Bücherei sondern um ein Lernen mit der Bücherei (eigenverantwortliches Lernen, Kreativität, Methodenkompetenz, selbstgesteuertes Lernen).
  • Die Verfügbarkeit von Computern in der Bücherei erhöht die Chance Neue Medien in die traditionellen Medien besser zu integrieren bzw. sie zu kombinieren und so eine Kontinuität und nicht einen Umbruch im Konzept zu signalisieren.
  • Eine übersichtliche und aktuelle Erfassung ist jederzeit möglich.
  • Eine umstrukturierte Bücherei nach dem neuesten Stand der Technik ist ein wichtiges Kriterium für zukünftige Qualitätsbewertungen einer Schule.

 

Die Umstellung erfolgte 2006/07 und läuft nun doch schon seit fast 10 Jahren recht erfolgreich! Viele unserer Ideen konnten wir dabei verwirklichen.

 

Einige wichtige Eckpunkte dabei sind:

  • Mitarbeit der Schüler in der Mittagspause bei der Ausleihe und Rückgabe im Rahmen einer AG
  • Feste Zeiten im Stundenplan, in denen jede Klasse die Bücherei exklusiv nutzen darf, meist am Vormittag im Deutschunterricht
  • Der Schülerausweis ist gleichzeitig der Büchereiausweis
  • Übersichtliche Präsentation der verfügbaren Medien
  • Unkomplizierte und rasche Ausleihe und Rückgabe
  • Unterstützung durch Kollegen, die nach einer Einweisung die Ausleihe selbständig organisieren können
  • Feste Öffnungszeiten in der Mittagspause von 13-14 Uhr
  • Bestand an Hörbüchern, DVDs und auch Büchern mit TING wird nach und nach ausgebaut
  • Wunschzettel für Anschaffungswünsche werden berücksichtigt
  • Aktuelle Werke und Reihen werden regelmäßig, über das ganze Jahr verteilt, angeschafft und ergänzt

 

Immer wieder erhalten wir auch Bücherspenden, die Zuhause nur noch im Regal herumstehen, über die wir uns sehr freuen. Ausgemusterte Bücher widerum werden in den Klassen verteilt und einige haben schon eine richtige Klassenbücherei.

 

Durch alle Maßnahmen und Aktionen ist die Schülerbücherei ein fester Bestandsteil im Schulalltag und aus unserer Sicht nicht mehr wegzudenken! Wir hoffen, dass dies auch noch lange so bleibt....

 

Das aktuelle Büchereiteam – Claudia Rudolf, Annette Riesch, Christin Plonka, Karolina Ebinger

Hier finden Sie uns

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73635 Rudersberg

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Fax 07183 93631-1

 

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